Sonntag, 11. August 2013

"Schreibwettbewerb" + Tipps&Tricks #1 - Kurzgeschichten

Erstmal wieder einen riesigen Dank an alle, die unter der letzten Geschichte einen Kommentar da gelassen haben. Danke, dass sie euch so gut gefallen hat.

Ob die Geschichte weiter gehen soll, wusste ich als ich sie veröffentlicht habe noch nicht. In den Kommis kam es zu geteilter Meinung. Einerseits ist so ein Ende schon ein bisschen blöd, aber auf der anderen Seite würde ich gerne die Fantasie der Leser anregen.

Und so kommen wir auch gleich zum Wettbewerb, der eigentlich gar kein Wettbewerb ist, weil jeder sozusagen "gewinnt".
Ich habe mir überlegt, dass sich die kreativen Köpfe unter euch, wenn ihr Lust habt, mal Gedanken machen und weiter schreiben können. Schickt mir eure Fortsetzungen und euren Bloglink einfach an luisalunacy@gmail.com und ich werde sie hier veröffentlichen (ihr könnt natürlich auch mitmachen, wenn ihr keinen Blog habt). 
Regeln gibt es keine (ihr müsst mir also nicht folgen und mich nicht verlinken), da es ja nicht wirklich etwas zu Gewinnen gibt und alles nur zum Spaß am Schreiben wäre. Außer zwei Sachen: Die Geschichte muss von euch sein und nicht all zu lang! Und ihr solltet Spaß am Schreiben haben. Zwingt euch zu nichts. Ihr mögt keine Liebesgeschichten? Dann macht daraus einen spannenden Thriller oder ein Fantasy-Abenteuer, schreibt, worüber ihr Lust habt.

Einsendeschluss: Gibt es nicht. Schreibt einfach, wenn ihr Lust habt. Hoffe, dass jemand mitmacht. Hier kommt ihr noch einmal zur Geschichte.

Aber jetzt zum eigentlich Post. Vielleicht hilft euch der, wenn ihr mitmachen wollt.

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1. Was ist eine Kurzgeschichte?
Bestimmt hattet ihr das alle schon in der Schule, aber vielleicht könnte es die jüngeren Leser/innen interessieren. 
Die "short stories" entstanden in Amerika. In Deutschland kamen die dann vor allem in der Nachkriegszeit auf.
Eigentlich ist der Begriff "Kurzgeschichte" ziemlich schwer zu definieren. Der Name sagt, dass es eine kurze Geschichte ist, aber eine Kurzgeschichte muss nicht unbedingt kurz sein. Ich würde sagen, dass damit eher die Oberflächlichkeit gemeint ist. Das heißt nicht, dass Kurzgeschichten nicht tiefsinnig sind. Ich meine damit, dass es in der Regel keine Vorgeschichten gibt, kein richtiges Ende und auf die Figuren wird meist auch nicht tiefer eingegangen. Außerdem spielen die Geschichten meist nur in einem sehr geringen Zeitraum (aber mehr dazu gibt es bei den Merkmalen).

Deshalb fällt es mir persönlich immer etwas schwerer, eine Kurzgeschichte zu schreiben, weil ich mich gerne tiefer mit den Figuren und ihrer ganzen Geschichte auseinandersetze.
In "Virginia und Will" habe ich das nicht getan. Mir ist erst vor ein paar Tagen aufgefallen, dass sich die Geschichte fast komplett an die wesentlichen Merkmale einer Kurzgeschichte hält und deshalb werde ich die jetzt auch gleich als Beispiel dafür nehmen.

2. Die Merkmale
Die Merkmale sind nur kleine Richtlinien, an die man sich halten kann, aber nicht muss. Man kann immer etwas anders machen und es bleibt trotzdem eine Kurzgeschichte. Trotzdem werde ich sie hier aufzählen und immer eine Verbindung zu meiner Geschichte erstellen.

2.1 Geringer Umfang
Meine Geschichte umfasst genau 333 Wörter, was sehr wenig ist. Ich habe aber auch schon Kurzgeschichten gelesen, die 60 Seiten lang waren. Es kommt also darauf an, wie man "kurz" definiert. Es sollte nur kein 600-Seiten-Wälzer sein.

2.2 Der Zeitraum
Der Zeitraum ist, wie gesagt, sehr kurz. Oft sind es nur ein paar Minuten oder Stunden, so ist es zumindest bei den meisten, die ich gelesen habe. Nur wenige gingen über mehrere Tage. "Virginia und Will" geht, wenn man es genau nimmt, nur einige Sekunden lang.

2.3 Keine Einleitung und Vorgeschichte
Der Leser wird gleich mit dem Hauptgeschehen konfrontiert.Virginia möchte sich umbringen. Man erfährt, dass sie nicht bei ihrem geliebten Will sein kann, aber man erfährt nicht, warum das so ist. Man weiß auch nicht, wie die Liebe der beiden zu Stande kam. Sie lieben sich, können nicht zusammen sein, sie will sich umbringen, er will sie retten. Mehr nicht.

2.4 Der Ort ist unbekannt und wechselt kaum
Mit diesem Punkt kann ich mich gar nicht anfreunden, weil ich beinahe jeder Kurzgeschichte, die ich gelesen habe, der Ort bekannt war. Oft ist die Umgebung ein entscheidender Punkt. Zum Beispiel wird sich jemand, der gerade an einem Schwimmwettbewerb teilnimmt, bestimmt in einem Schwimmbecken befinden.
Es war irgendwie nur Zufall, dass man bei mir nicht erfährt, wo Will gerade den Brief liest.

2.5 Keine genauen Zeitangaben
Diesen Punkt finde ich wiederum ganz gut. Es bringt einen dazu, zu zeigen, in welcher Zeit man sich befindet, nicht zu erzählen. Handelt die Geschichte von einer Prinzessin, die gegen ihren Willen verheiratet wird, spielt die Geschichte bestimmt nicht in der Gegenwart, trinkt der Gegenüber gerade eine Coca Cola, spielt sie garantiert nicht in der Steinzeit.
Ob meine Geschichte in der Vergangenheit oder Gegenwart spielt, möchte ich jetzt nicht verraten, falls doch jemand eine Fortsetzung schreiben sollte.

2.6 Alltägliche Situation
Normalerweise passieren in Kurzgeschichten Dinge, die jedem normalen Menschen, irgendwann mal passieren können. Alles was passiert ist normal und passiert vielleicht sogar ziemlich oft. Allerdings, wozu braucht man dann eine Geschichte? Ist es in Geschichten nicht üblich, dass genau die Dinge passieren, die nicht Alltag sind? Geschichten sind doch dafür da in eine andere Welt einzutauchen und unterhaltsam zu sein. Es ist wirklich selten, dass das mit einer Alltagssituation funktioniert.
Und wenn, dann Respekt für den Schriftsteller.

2.7 Ein wichtiger Teil aus dem Leben einer Person
Die Teilüberschrift sagt ja schon alles und es ist ein ziemlicher Gegensatz zu 2.6. Die wichtigen Teile aus dem Leben eines Menschen sind eben meist nicht alltäglich und ich glaube, dass ich hier nicht weiter drauf eingehen muss.

2.8 Keine genauere Beschreibung der Figuren
Oft haben die Figuren in Kurzgeschichten kein bestimmtes Aussehen, oftmals fehlt sogar der Name. Man hat nur die Figur und das was er im Moment fühlt und eventuell spricht. An diesen Punkt kann ich mich nicht so gut halten, weil sich meine Figuren beim Schreiben immer zu Personen entwickeln, die eine Vor- und Nachgeschichte haben und somit auch ein Aussehen und Namen.
Zumindest weiß man in "Virginia und Will" nicht, wie Will aussieht und von Virginia nur, dass sie blaue Augen und blasse Haut hat.
Wie man eine Figur lebendig gestaltet, ohne wirklich auf sie einzugehen, muss ich noch lernen.

2.9 Wenige Figuren
Normalerweise gibt es höchstens nur Zwei Hauptfiguren, vielleicht Drei. Nebenfiguren gibt es in der Regel nicht. Kurzgeschichten sind nichts ausgeschmückt. Es gibt nur eine Haupthandlung und dementsprechend nur die Hauptpersonen, die für die Handlung wichtig sind. Aber wie ich schon die ganze Zeit sage: Es gibt immer Fälle, in denen das nicht so ist.

2.10 Offenes Ende
Das Ende soll die Phantasie des Lesers anregen. Er soll über die Geschichte nachdenken und sich selbst einen Kopf machen, wie es weiter gehen könnte. Ein offenes Ende habe ich und ich hoffe, dass ihr euch auch ein paar Gedanken darum gemacht habt. In dem Fall würde es mich freuen, wenn ihr oben mitmacht. 
Würde mich über eure Versionen freuen.

3. Abschlusswort
Huch, ist das ein langer Post geworden. Hilfe dabei waren mein alter Deutschhefter und Dr.Google. Hoffentlich konnte ich euch ein bisschen weiter helfen. Ich weiß, dass ich selbst noch sehr unerfahren bin, was das Schreiben angeht. Trotzdem versuche ich immer zu helfen. Also, wenn ihr Fragen habt, was das Schreiben angeht oder ihr Probleme habt, ich würde euch gerne helfen. =)
Ihr könnt mir auch gerne Themenvorschläge für das nächste Tipps&Tricks geben.

Kommentare:

  1. Das ist eine klasse Idee.
    Ich werde mich auf alle Fälle ans Werk machen... Ich habe schon tausend Ideen, naja halt wie immer :D

    Liebe Grüße > darkest.heart

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  2. Das ist eine geniale Idee. Wenn ich einen Einfall für ein Ende habe, schreibe ich sofort los.
    Liebe Grüße
    Ellen

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  3. Da bin ich aber mal gespannt. Freut mich, dass ihr mitmachen wollt =D

    Liebe Grüße
    Luisa

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